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Einblick WKÖ / APA

Rekord bei Betriebsübernahmen – und warum das erst der Anfang ist

Betriebsübergabe im österreichischen Mittelstand – Symbolbild

Vor wenigen Wochen haben wir auf die anstehende Nachfolgewelle in Österreich geblickt. Jetzt zeigen neue WKÖ-Zahlen: Die Welle steht nicht nur bevor. Sie läuft bereits. Für uns ist das vor allem ein Signal für die Substanz des Mittelstands.

Im Juli haben wir eine Studie zu Unternehmensnachfolgen in Österreich eingeordnet: rund 50.000 Betriebe, rund 700.000 Arbeitsplätze, externe Übergabe als zunehmend normaler Weg. Das war der Blick nach vorne.

Die neuen Zahlen der Wirtschaftskammer Österreich ergänzen diesen Blick um eine wichtige Ist-Zahl. 2025 wurden in Österreich 8.202 Betriebe übergeben – ein Plus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 1998. Seit 2021 wurden damit mehr als 37.000 Unternehmen an neue Eigentümer:innen weitergegeben. Aufgegriffen haben das unter anderem der ORF, NEW BUSINESS und die Salzburger Nachrichten.

Die Nachricht ist nicht nur: Es gibt viele Übergaben. Das ist inzwischen bekannt. Interessanter ist, was diese Übergaben über den Standort sagen.

Auch in einer wirtschaftlich verhaltenen Phase wechseln so viele Betriebe wie nie zuvor in neue Hände. Das spricht nicht gegen den Mittelstand. Es spricht für ihn. Unter der Oberfläche gibt es viele gesunde, spezialisierte, gut geführte Unternehmen – oft ohne große Sichtbarkeit, aber mit Kundenvertrauen, technischem Wissen, regionaler Verankerung und eingespielten Teams.

Genau diese Unternehmen sind die Perlen, an die wir glauben: Betriebe, die jeden Tag liefern, ausbilden, reparieren, entwickeln, produzieren und Verantwortung tragen. In ihnen liegt ein großer Teil der Kraft des Standorts – oft leise, aber sehr real.

Nachfolge ist deshalb kein Verwaltungsakt. Sie ist die Chance, Bewährtes zu sichern und dort weiterzubauen, wo neue Eigentümer:innen zusätzliche Kraft einbringen können. Laut KMU Forschung Austria steigern 61 Prozent der Nachfolger:innen nach der Übernahme den Umsatz, 60 Prozent investieren mehr als ihre Vorgänger:innen, und 36 Prozent schaffen zusätzliche Arbeitsplätze. Gute Übergaben halten Unternehmen nicht nur am Leben, sie geben ihnen neue Optionen.

Ein Hebel wird dabei noch zu wenig genutzt: konkrete Digitalisierung und KI im Betrieb. Nicht als Schlagwort nach dem Motto „wir bezahlen jetzt Copilot", sondern mit neu gedachten Prozessen, die laufend neu konfigurierbare KI-Tools in für den Erfolg zentrale Bereiche einbinden – in Angebotserstellung, Planung, Vertrieb, Einkauf, Reporting, Wissenssicherung, Kundenservice oder Prozessqualität. Viele KMU haben dafür eine gute Ausgangslage: klare Abläufe, tiefes Fachwissen, kurze Wege. Wenn man moderne digitale Werkzeuge umsichtig darauf aufsetzt, entsteht zusätzlicher Spielraum für die erfolgreiche Weiterentwicklung.

Für uns bei Cornus ist das der Kern. Wir verbinden langfristiges Eigentum mit digitaler und operativer Weiterentwicklung. Dabei geht es nicht darum, gewachsene Stärken zu ersetzen, sondern sie mit zeitgemäßem digitalen Wissen zu verstärken – pragmatisch, nah am Betrieb und messbar im Alltag. Die Unternehmen, die wir übernehmen, bleiben im Portfolio. Das lokale Management bleibt Dreh- und Angelpunkt. Und wir strukturieren ohne das Risiko einer Überschuldung. Gerade dort, wo sich keine familieninterne Lösung findet, braucht es Eigentümer:innen, die ein Lebenswerk erhalten – und ihm zugleich eine echte nächste Phase ermöglichen.

Die Wirtschaftskammer verbindet die Zahlen in ihrem Factsheet Nachfolge mit politischen Forderungen. Das ist ihr Auftrag. Unser Auftrag ist ein anderer: gute Unternehmen finden, Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit ihnen weiterbauen.

Wenn Sie über die langfristige Zukunft Ihres Unternehmens nachdenken – sprechen Sie mit uns.